The Beggar’s Opera im Luzerner Theater

Das Luzerner Theater hat nun auch eine Ballad Opera im Programm: „The Beggar’s Opera“. In Kooperation mit der Musikhochschule wirken 9 Musikstudenten unter der Regie von Christine Cyris in in einer Neufassung von Benjamin Britten mit.
Die Ballad Opera entstand in der Klassik als Gegenstück zum italienischen Singspiel und stellte eine Karikatur der hohen Oper dar, insbesondere zu den Werken des damals in London sehr populären Komponisten Georg Friedrich Händel.

Mit der Opernparodie „The Beggar’s Opera“, die 1728 uraufgeführt wurde, hatte John Gay und John Christopher Pepusch als Komponist einen gigantischen Erfolg – es nämlich war nicht, wie fälschlicherweise übersetzt wurde, die „Bettleroper“ sondern „des Bettlers Oper“. Eine populäre Gaunerkomödie, eine populäre und allgemein verständliche Satire auf Englisch – nicht in der Opernsprache Italienisch – und voller Anspielungen auf aktuelle Themen aus High Society und Politik.

Es gab im Laufe der Geschichte einige Adaptionen und Neubearbeitungen. Die bekannteste von ihnen ist zweifelsohne Bertolt Brechts und Kurt Weills Dreigroschenoper, die sich aber von der Originalfassung weit entfernt und die Handlung in die Nachkriegszeit und Geschäftswelt verlegt hat. Benjamin Britten hingegen behält in seiner Bearbeitung von 1948 die Dialogtexte und die Originalmelodien in englischer Spreache bei, arrangiert diese aber für Kammerorchester.
Christian Kipper hat die Dialoge in die deutsche Sprache übertragen und aktualisiert, was deutliche Seitenhiebe auf Wirtschaft und Politik erforderlich machte. Dies also ganz im Sinne der Urfassung.

Zu hören ist das deutsch-englische Singspiel unter der Regie von Christine Cyris, die in Inszenierung mehr Wert auf Ausdruck und Gefühlsechtheit als auf Parodie legt, vom 7. bis zum 10. März 2012 (letzte Aufführung) im UG des Luzerner Theaters.