Das Lucerne Festival – feinste Klassik

Die beliebten Musikfestwochen wurden 1938 von Arturo Toscanini ins Leben gerufen. Jedes Jahr zieht es Musikbegeisterte aus aller Welt zum renommierten Musikspektakel. Seine innovative Themenausrichtung auf höchstem Niveau verhilft dem Lucerne Festival zu einem Spitzenplatz unter den internationalen Festivals. Das von Jean Nouvel entworfene KKL Luzern (Kultur und Kongresszentrum Luzern) mit seinem akustisch phänomenalen Konzertsaal liegt direkt am beschaulichen Vierwaldstättersee, durch die Traumlage in ungestörter Natur auch ein perfekter Ort zum Arbeiten und Wohnen. Die Gäste erwartet hier ein exklusives Konzertprogramm. Es finden alljährlich drei Festivals unter dem Namen Lucerne Festival statt, das Lucerne Ferstival zu Ostern, im Sommer und zu guter Letzt am Piano.

Einstimmung in das Jahr
Seinen grandiosen Auftakt findet das Fest zu Ostern. Die in C-Dur dirigierte Sinfonien Mozarts „Linzer“ und Schumanns Zweite Sinfonie leiten das Event ein, gefolgt von einer Premiere. Claudio Abbado wird zum ersten Mal in Luzern „sein“ sagenhaftes Orchestra Mozart aus Bolognia vorführen. Aber nicht nur als Sinfoniker, sondern auch mit seinem ergreifenden Requiem ist Mozart vertreten. Das Kontrastprogramm dazu stellt das britische King`s Consort mit einer weniger bekannten Totenmesse von Michael Haydn dar. Und der krönende Abschluss wird dann wieder Mozart zugerechnet, indem die portugiesische Grande Dame der Klavierkunst Maria João Pires zum Festival-Finale sein tiefgründiges d-Moll-Konzert KV 466 interpretiert. Zwischendurch überraschen jedoch noch zahlreiche andere Werke.

Glaube oder Musik?
Das Sommer-Festival dieses Jahr reflektiert das Verhältnis von Musik und Glaube. Über Jahrhunderte hinweg schrieben die Komponisten in Europa ihre Stücke fast ausschließlich für die Kirche, Gottesdienste oder ähnlichem. Noch ein Vertreter dieser Zeit ist beispielsweise Johann Sebastian Bach. Später trennten sich aber die Wege und der Blick der Musiker fokussierte eher die Innigkeit als das Aufschauen zu höheren Gewalten. Schließlich im 19. Jahrhundert wurde die Musik selbst zu einer Religion. Das musikalische Spektrum des Festivals reicht von Mendelssohns „Reformationssinfonie“ über Verdis theatralischen Requiem bis zu Strawinskys lateinischer „Psalmensinfonie“ und Schönbergs Oper „Moses und Aron“.

Im Rausch des Tastenklangs
Im November wird dann das letzte Lucerne Konzert gegeben, getreu dem Motto „Tastenrausch“. Laut Alfred Bendel kann das Klavier alles, es verzaubert mit edlen Farbnuancen und übermannt mit orchestraler Klangvielfalt. So wird diesem Wunderinstrument sieben Tage jeden Herbst ein eigenes Festival gewidmet. Internationale Meisterpianisten versammeln sich zum feierlichen Ereignis am Vierwaldstättersee. 2012 bestreitet eines der besten Klavierduos der Welt die feierliche Eröffnung. Die beiden Schwestern Katia und Marielle Labèque werden gefolgt vom amerikanischen Altmeister Leon Fleisher oder auch Bernard Haitinks in neuerlicher Zusammenarbeit mit dem Chamber Orchestra of Europe spielen. Die Liste bedeutender Künstler ist mal wieder endlos.